Die Heimatgeschichtlichen Wegweiser sind eine Bestandsaufnahme konkreter Orte, an denen sich Verfolgung und Widerstand ereignet haben; er berichtet über das mit ihnen verbundene Schicksal von Menschen und dokumentiert das Gedenken, häufig genug jedoch das Vergessen oder Verdrängen der Ereignisse nach 1945. Diese Spurensuche ist für jede Gemeinde nach drei systematischen Gesichtspunkten gegliedert:

Widerstand und Naziterror: Hier werden Örtlichkeiten, Aktionen und Personen vorgestellt, die aus ganz unterschiedlichen Motiven Widerstand leisteten. Der zugrunde gelegte Widerstandsbegriff umfaßt nicht nur den politischen, organisierten Widerstand, sondern auch Menschen, die aus religiösen und humanitären Motiven häufig genug auf sich alleine gestellt gehandelt haben. Des weiteren werden die Orte der Verfolgung vorgestellt: Einrichtungen der NSDAP („Braune Häuser", Folterstätten), Gestapodienststellen, Gefängnisse, Zuchthäuser u.a. Dokumentiert wird die Erinnerungskultur am Ort: Gedenktafeln, Benennung von Straßen und öffentlichen Einrichtungen.

Rassistische Verfolgung und „Euthanasie": Berichtet wird über die Verfolgung der jüdischen Gemeinden, die Zerstörung ihrer Einrichtungen (Synagogen, Schulen, Altersheime, Friedhöfe), die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938, Einweisung in „Judenhäuser", Deportationen und über die Verfolgung der Sinti und Roma. Vorgestellt werden Orte, die mit der Vernichtung „lebensunwerten Lebens" verbunden sind: Krankenhäuser, Pflegeheime, „Euthanasie"-Tötungsanstalten. Auch hier erfolgt eine Bestandsaufnahme des öffentlichen Gedenkens.

Konzentrationslager und Zwangsarbeit: Das nationalsozialistische Lagersystem hat sich in allen Regionen ausgebreitet und überall Spuren hinterlassen: Konzentrationslager, KZ-Außenkommandos, sog. „Arbeitserziehungslager", Lager der „Organisation Todt" für jüdische Menschen, Lager für ausländische Kriegsgefangene und die Vielzahl der Lager und Unterkünfte für ausländische Zwangsarbeitskräfte sowohl in den industriellen Zentren als auch auf dem Land. Auf fast allen Friedhöfen befinden sich Gräber ausländischer Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen und ihrer Kinder. Gedenkzeichen sind eher selten oder in Vergessenheit geraten.

Die Heimatgeschichtlichen Wegweiser sind regional gegliedert und haben den Charakter eines Handbuches. Innerhalb der Landkreise werden in alphabetischer Reihenfolge jene Gemeinden vorgestellt, in denen sich Spuren zu den drei systematischen Gesichtspunkten gefunden haben. Am Schluß jedes Kreises werden die lokale Literatur, relevante Archive, Gedenkstätten und Kontaktadressen aufgeführt. Übersichtskarten ermöglichen eine schnelle Orientierung.

Lieferbar sind die "Heimatgeschichtlichen Wegweiser" zu den folgenden Regionen:

  • Hessen I (Regierungsbezirk Darmstadt)
  • Hessen II (Regierungsbezirke Gießen und Kassel)
  • Baden-Württemberg I (Regierungsbezirke Karlsruhe und Stuttgart)
  • Baden-Württemberg II (RegierungsbezirkeFreiburg und Tübingen)
  • Bremen (Stadt Bremen, Bremen-Nord, Bremerhaven)
  • Thüringen

Vergriffen sind hingegen die Bände über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und das Saarland. Die Heimatgeschichtlichen Wegweiser sind im Buchhandel, beim VAS-Verlag oder hier bei uns erhältlich. 

Bereits in der Bearbeitungszeit sind die Heimatgeschichtlichen Wegweiser ein Forschungsprojekt, das auf die Zusammenarbeit vieler, am Thema interessierter Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen angewiesen ist, diese Zusammenarbeit zugleich fördert und vernetzt. Vom „fertigen" Wegweiser gehen, so zeigen es die jahrelangen Erfahrungen, wichtige Impulse für weitere lokale und regionale Forschungen zur NS-Zeit aus. Die Aufforderung, Spuren zu sichern, hat sich besonders in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen bewährt. Motivierender Faktor für Jugendliche ist vor allem zu erfahren, was sich in der NS-Zeit in der unmittelbaren Umgebung abgespielt hat, zu erfahren, dass es ganz konkrete Verbindungen aus der heutigen Umgebung, aus dem Dorf oder der Kleinstadt nach Auschwitz und den anderen Stätten des Holocaust gibt. Erinnerungsarbeit muß so konkret wie möglich sein.

Pressestimmen zu den Wegweisern.