Im Frankfurter Stadtteil Bockenheim lebte das Arztehepaar Dr. Fritz und Margarete Kahl, das im Jahre 2006 von der Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“  geehrt wurde. Im gleichen Stadtteil befand sich hinter dem Westbahnhof auch die Notkirche der Dreifaltigkeitsgemeinde. In dieser Gemeinde war seit 1941 Heinz Welke als Pfarrer tätig.  Welke und das Ehepaar Kahl waren die Initiatoren eines Netzwerks, die sich -  zusammen mit vielen Helfern – zum Ziel gesetzt hatten, Menschen vor der Deportation bewahren, ihnen zur Flucht oder beim Überleben zu helfen. Diese Gruppe wird heute das „Bockenheimer Netzwerk“ genannt.

Der 100. Geburtstag von Pfarrer Heinz Welke (1911-1977) war Anlass, seinen Einsatz für die Verfolgten in Frankfurt zu würdigen. Mit der von Petra Bonavita entwickelten Ausstellung wird an sein Leben, seinem früh gezeigten Widerstand, den Helfern auf der Schweizer Seite und den drei angeführten Beispielen geglückter Rettungen wird an die außergewöhnliche Zivilcourage von Heinz Welke erinnert.

 Nicht allein Mut und Tapferkeit bestimmten die Handlungen der Retter, sondern  ihre Überzeugungen und der absolute Wille, den Verfolgten zu helfen. Sie waren politische Gegner, sie praktizierten christliche Nächstenliebe und sie konnten das Unrecht und die Gewalt nicht mit ansehen. Negative Folgen ihres Einsatzes blendeten sie offensichtlich aus.  


Helfen konnte das Bockenheimer Netzwerk all denjenigen, die den Weg in die Pfarrgemeinde fanden oder in die Praxis von Dr. Kahl kamen. Nur unter vorgehaltener Hand wusste man von ihrer Hilfsbereitschaft. Der größte Feind in den vierziger Jahren war die Bereitschaft zur Denunziation. Auch hier wie bei anderen Netzwerken gehörte eine Portion Glück dazu, dass diese Gruppe - der immerhin ein gutes Dutzend Helfer angehörte - nicht aufflog. Alle waren sich der Gefahr bewusst, wovon das „Zyankali im Dutt“, die mit auf die Flucht übergebene Pistole eines Kriminalbeamten und die so umfangreichen Vorbereitungen für das Leben in der Illegalität und die Fluchtwege zeugen.

Technissche Daten

12 selbststehende Roll-Up-Banner

Preis auf Anfrage


Begleitend zur Ausstellung gibt es eine kleine Broschüre, in der Zeitzeugen ihre Bewunderung für das Handeln der Retter in diesen schrecklichen Jahren zum Ausdruck bringen. Einige der Rettungsgeschichten des Bockenheimer Netzwerks sind dort nachzulesen.