10. September 2019, 15 Uhr, Köln
Irene Seiwert und Karl-Heinz Müller verbrachten als Jugendliche die meiste Zeit des Krieges in Köln. Die eine war Schülerin, erlebte den Bombenkrieg auf Köln und wurde 1944 in die „Kinderlandverschickung“ gebracht. Der andere zählte noch kurz vor Kriegsende als Flak-Helfer zum letzten Aufgebot des NS-Regimes. In dem Gespräch wird es darum gehen, wie stark die Zeit des Kriegs das spätere Leben beeinflusst hat. Welche Ereignisse waren prägend, welche Spuren blieben zurück und wie konnten Ängste und Verluste verarbeitet werden? Welche Rolle spielten Scham- und Schuldgefühle, mit denen alle Deutschen nach 1945 unweigerlich konfrontiert wurden?
Schließlich soll auch darüber gesprochen werden, welche Bedeutung das Erzählen und Zuhören für die vor 1945 Geborenen hat. So ist Irene Seiwert seit vielen Jahren als Zeitzeugin aktiv und berichtet dabei auch über den schmerzlichsten Verlust in ihrem Leben: ihre beiden Brüder kehrten nicht zurück. Ludwig starb an der Front, Rolf in Kriegsgefangenschaft.
Veranstaltungsort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln
Kontakt und weitere Informationen:
0221/2212-6332, [email protected] https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?s=915